Behandlung des Typ-2-Diabetes

Blutzucker senken allein reicht nicht. Wir behandeln nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie — und schauen dabei auf Gewicht, Blutdruck und Schlaf mit.

Typ-2-Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die mit fortschreitender Insulinresistenz und Betazellfunktionsstörung einhergeht. Die Behandlung erfolgt in unserer anerkannten diabetologischen Schwerpunktpraxis und richtet sich nach der Nationalen VersorgungsLeitlinie (NVL) Diabetes mellitus Typ 2[1] — angepasst an die jeweilige Situation, denn HbA1c-Ziel, Begleiterkrankungen, Alter und Alltagsfähigkeit spielen eine Rolle. Es geht nicht nur um den Blutzucker, sondern auch darum, Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden zu verhindern.

Was die Behandlung umfasst

  • Stoffwechseleinstellung: Individualisierte medikamentöse Therapie mit HbA1c-Zielwerten zwischen 6,5 und 8,0 % je nach Patientensituation
  • Gewichtsreduktion: Strukturiertes Programm nach S3-Leitlinie (AWMF 050-001)[2] mit BIA-Kontrollen, Ernährungsberatung und bei Bedarf GLP-1-Therapie
  • Kardiovaskuläre Risikoreduktion: Blutdruckkontrolle, Lipidmanagement und Reduktion thromboembolischer Ereignisse
  • Schlafmedizinische Aspekte: Screening auf obstruktive Schlafapnoe (OSA) als Risikofaktor für Insulinresistenz[3] und Therapieversagen
  • Prävention von Folgeerkrankungen: Früherkennung und Prävention von Nephropathie, Neuropathie, Retinopathie und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Geschultes Team & strukturierte Schulungen

Als diabetologische Schwerpunktpraxis begleitet Sie ein entsprechend geschultes Praxisteam. Über die ärztliche Behandlung hinaus bieten wir strukturierte Patientenschulungen an — von der Blutzucker-Selbstkontrolle über den sicheren Umgang mit Insulin und Messgeräten bis zu Ernährung und Bewegung im Alltag. So verstehen Sie Ihre Erkrankung und Ihre Therapie besser und können sie eigenständig und sicher umsetzen — ein zentraler Baustein jeder erfolgreichen Diabetesbehandlung.

Wichtiger Zusammenhang

Die Kombination aus Adipositas, Schlafstörungen und Diabetes erfordert eine Diagnostik, die diese Zusammenhänge berücksichtigt. Die DiRECT-Studie zeigte: Bei strukturierter Gewichtsreduktion von 10–15 kg erreichten 57 % der Teilnehmer eine Diabetes-Remission.[4] Eine isolierte Blutzuckersenkung ohne Berücksichtigung von Gewicht und Schlaf ist daher oft unzureichend.

Quellenangaben

  1. Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes. Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), AWMF. Version 3.0, 2023.
  2. S3-Leitlinie Adipositas — Prävention und Therapie. AWMF-Register Nr. 050-001, Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), aktualisiert 2024.
  3. Reutrakul S, Van Cauter E. Sleep influences on obesity, insulin resistance, and risk of type 2 diabetes. Metabolism. 2018;84:56–66.
  4. Lean MEJ, Leslie WS, Barnes AC et al. Primary care-led weight management for remission of type 2 diabetes (DiRECT): an open-label, cluster-randomised trial. Lancet. 2018;391(10120):541–551.

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